Vereinsgeschichte

Chronik des VfB Moschendorf 1920 e.V.

Bereits vor dem 1. Weltkrieg wurde in Moschendorf eifrig Sport getrieben. Der damalige Arbeiter-, Turn-, und Gesangsverein konnte gute Ergebnisse auf Turnfesten erzielen. Zu dieser Zeit wuchs auch das Interesse am Fußballsport und der Straßenclub Moschendorf bolzte am Lindenbühl, später auf einer in Krötenbruck gepachteten Wiese.

Am 27. März 1920 war es dann soweit. In der Gaststätte „Moschendorf“ wurde der jetzige VfB gegründet. Der Gaststättenpächter Klahr, ein Rheinländer, übernahm die Funktion des Mannschaftsführers. Zum Vorstand wählten die 16 Gründungsmitglieder Wilhelm Schaller. Der Verein meldete sich beim bürgerlichen Sportbund an. Bereits ein Jahr später, unter der Vereinsführung von Jakob Seiss, wechselte man zum Arbeiter-, Turn- und Sportbund über.

Die Mannschaft im Gründungsjahr

In den darauffolgenden Jahren wurden bemerkenswerte sportliche Erfolge erziehlt. So errang in der Spielzeit 1926/27 die 1. Mannschaft die B-Klassen-Meisterschaft und spielte danach jahrelang in der Kreisklasse. Zum 10-jährigen Vereinsjubiläum spielte der VfB um die Bezirksmeisterschaft, wurde aber vom Fußballverein Bayreuth/Altstadt geschlagen. Zwei Spieler ragten aus der damaligen Mannschaft heraus: Simon Kießling und Martin Ried. Auch in den weiteren Jahren war der VfB immer in der Spitzengruppe zu finden.

Im Jahre 1935 wurde der heutige Sportplatz von den Vereinsmitgliedern unter Mithilfe der Stadt Hof gebaut. In dieser Zeit hatte der VfB zwei Seniorenmannschaften und eine Jugendmannschaft für den Spielbetrieb gemeldet. Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges fand die sportliche Vereinstätigkeit ein jähes Ende. Viele der aktiven und passiven Vereinsmitglieder mussten im Krieg ihr Leben lassen.

Erst im Jahre 1949 wurde durch Initiative von Max Merkel der Verein wieder gegründet. Bei der Gründungsversammlung traten 50 Mitglieder dem Verein bei und wählten Fritz Müller, einen Vereinsspieler der ersten Stunde, zum Vorsitzenden. Durch tatkräftige Werbung wurde die Mitgliederzahl des Vereins innerhalb eines Jahres auf 130 gebracht. Im Jahr 1950 wurde erstmals wieder eine Jugendmannschaft gemeldet. Damit war die Nachwuchsarbeit im Verein gesichert. Die neu gegründete Jugendmannschaft konnte sich bereits im Spieljahr 1950/51 die Meisterschaft im Bezirk Oberfranken, Kreis Hof, Gruppe 2 sichern.

1955 wurde ein kleines Jubiläum gefeiert – 35 Jahre VfB Moschendorf.

Auch die Sportanlage des VfB wurde durch den Bau neuer Umkleidekabinen ergänzt, die im Jahre 1959 mit einem Sommerfest feierlich eingeweiht wurden.

Im Jahre 1961 klopfte die 1. Mannschaft noch einmal an die Tür zur A-Klasse, verpasste den Aufstieg aber knapp, In den folgenden Jahren spielte man dagegen meist um den Klassenerhalt, was vor allem auf die fehlende Jugendarbeit zurückzuführen war. Nachdem es um den Nachwuchs schlecht bestellt war, wurde vom 2. Vorsitzenden, Willi Fleißner, Pionierarbeit geleistet. Es wurde eine Schülerabteilung aufgebaut und um die Jugend verstärkt geworben. Innerhalb kürzester Zeit konnte der Verein drei Schüler- und zwei Jugendmannschaften zu Spielbetrieb melden. Im Jahre 1964 übernahm, Karl Wulf, den Vorsitz und unter seiner Leitung ging es weiter steil bergauf. Die Sportanlage wurde Zug um Zug erweitert, die Mitgliederzahl enorm vergrößert und auch die sportlichen Leistungen verbesserten sich. Vor allem wurde die Jugendarbeit weiter intensiviert.

Karl Wulf

Mit Zustimmung des 1. Vorsitzenden Karl Wulf wurde auf Initiative von Hartmut Hofmann und Alfred Tscherner 1968 eine Altherrenmannschaft gegründet, die sich unabhängig vom Hauptverein finanzierte und regen Zulauf hatte. In sportlicher Hinsicht sollte diese AH-Mannschaft auf viele Jahre hinaus ein Aushängeschild des VfB Moschendorf bleiben. Im Jahre 1969 hab es sportlich einen Rückschlag, denn sie 1. Mannschaft musste in die C-Klasse absteigen. Doch ein Jahr später, zum 50 jährigen Vereinsjubiläum konnte die C-Klassenmeisterschaft in souveräner Weise errungen werden, was den sofortigen Wiederaufstieg bedeutete.

Die AH-Mannschaft 1968

Das gleiche Schicksal ereilte die Mannschaft in den Jahren 1972 und 1973. Nach dem Abstieg in die C-Klasse gelang dem VfB erneut der sofortige Wideraufstieg. Im Jahre 1974 wurde ein weiteres Kapitel der Vereinsgeschichte aufgeschlagen. Mit vielen freiwilligen Helfern, Zuschüssen der Stadt Hof, des Jugendrings und weiteren Darlehen wurde der Bau des Jugendheims begonnen. Die Mitglieder des VfB vollbrachten damals eine große Leistung. Von den mit 220.000 DM veranschlagten Kosten musste der Verein 125.000 DM durch Eigenleistung erbringen, denn die eingeplanten 50.000 DM vom BLSV wurden durch die Sperrung finanzieller Mittel nie ausbezahlt. Schon damals standen die Vereinsmitglieder zusammen und vollbrachten Unglaubliches. Die Weihnachtsfeier 1974 konnte bereits im neu errichteten Jugendheim gefeiert werde, Offiziell eröffnet wurde das Jugendheim am 14. Februar 1975.

Baustelle VfB-Jugendheim 1974

Während die Schülermannschaft im Jahr 1976 ungeschlagen Meister der Kreisgruppe Hof wurde, musste die 1. Mannschaft wieder einmal den bitteren Gang in die C-Klasse antreten. In den folgenden Jahren spielte man mit mehr oder weniger Erfolg in dieser Spielklasse mit.

60 Jahre VfB Moschendorf wurden 1980 gefeiert. Die Außenanlagen und die Fassade unseres Sportheimes wurden kurz vorher fertiggestellt. Auch an der Sportanlage wurde fleißig weitergebaut. So wurde ein Ballfangzaun an der Stelzenhofstraße errichtet, der Trainingsplatz bekam eine Flutlichtanlage und das Spielfeld wurde neu angesät.

Vereinsheim 1980

Erst im Jahre 1981 war wieder ein Erfolg zu vermelden. Der Außenseiter VfB Moschendorf gewann den Hofer Stadtpokal. Im Endspiel wurden die „Spotzer“ mit 3:2 besiegt. Besonders erfreulich war die Gründung der Frauen Aerobic Gruppe, die sich jeden Mittwoch in der Turnhalle zur Gymnastik traf.

Stadtmeister 1991

In der Saison 1984/85 wurde auf Initiative von Herbert Merkel, eine eigenständige Jugendabteilung mit eigener Satzung gegründet. Am 02.11.1985 wurde in einer außerordentlichen Jugendversammlung die erste selbständige Jugendleitung gewählt. Jugendleiter wurde Herbert Merkel, Jugendratsvorsitzender Michael Kirsch. Alle 2 Jahre wurden Neuwahlen festgelegt.

Die Jugendabteilung 1985

In der Saison 1985/86 kriselte es an der Vereinsspitze. Das traurigste Kapitel in der VfB-Vereinsgeschichte brach an. Unregelmäßigkeiten des 1. Vorsitzenden bringen den Verein an den Rand des Ruins. Dieser tritt Anfang Juni zurück. Am 25.07.1986 wurden deshalb Neuwahlen angesetzt. Gewählt wurde als 1. Vorsitzender Alfred Labandowsky und als 2. Vorsitzender Herbert Hager. Beide versuchten das entstandene Chaos im Verein aufzuarbeiten. Im Herbst 1987 traten beide Vorstände zurück und wieder mussten Neuwahlen angesetzt werden. Daraus gingen Herbert Merkel als 1. Vorsitzender und Ulrich Meyer als 2. Vorsitzender hervor. Diese beiden versuchten nun endlich wieder Ruhe in den Verein zu bringen. Man machte sich sogar Gedanken, die Sanierung des Sportplatzes und des Sportheimes vorzunehmen. Am 04.12.1987 wurde bei den Neuwahlen Guido Zimmermann als neuer Jugendleiter und Michael Kirsch wieder als Jugendratsvorsitzender gewählt. Die C-Jugend wurde in diesem Jahr Meister mit 18:2 Punkten und 74:4 Toren. 1988 wurde unsere A-Jugend Meister in ihrer Klasse. Ein großer Erfolg, aber traurig, dass diese Meistermannschaft auseinanderfiel und sich auflöste. Viele der Jugendspieler dieser Mannschaft verließen den Verein. Waren die Unruhen und Vorkommnisse im Verein daran schuld?

C-Jugend Meister 1987

Am 11.11.1989 legte Herbert Merkel sein Amt als 1. Vorsitzender nieder. Bis zur Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen am 06.01.1990 leitete 2. Vorsitzender Ulrich Meyer kommissarisch den Verein. Bei den Neuwahlen stellte sich Ulrich Meyer als 1. Vorsitzender und Siegfried Bär als 2. Vorsitzender zu Verfügung. Man setzte beim VfB immer wieder auf die Nachwuchsarbeit und mit der einer neuen Jugendleitung mit Manfred Wilfert und seiner Frau Evi, wurde auch hier ein Neuanfang gemacht. In dieser kritischen Phase standen die Vereinsmitglieder der neu gewählten Vorstandschaft treu zur Seite. Mit Siegfried Bär als neu gewähltem 1. Vorsitzenden und Fritz Hofmann als 2. Vorsitzenden wurde ab dem 06.01.1991 fast Unmögliches in die Tat umgesetzt. Auf der Jahreshauptversammlung wurden die anwesenden Mitglieder nochmals über das Bauvorhaben Sportplatz-Sanierung und Jugendheim An- und Aufbau unterrichtet. Mit der Beschlussfassung der Mitglieder, wurden die beiden Vorsitzenden beauftragt, das Bauvorhaben anzugehen.

Das VfB-Sportgelände 1991

1991 war das letzte Spiel auf der Anlage an der Stelzenhofstraße. Es begann die Neuanlage des Sportplatzes. Damalige Kostenaufstellung für das Vorhaben waren 1,1 Millionen Deutsche Mark. Niemand glaubte eigentlich so richtig daran, dass ein so kleiner Verein wie der VfB, eine solche Maßnahme durchführen könnte. Es mussten viele Gespräche und Verhandlungen geführt wer4den, um die Geldgeber zu überzeugen. Vor allem die zu erbringenden Eigenleistungen wurden angezweifelt. Diese lösten im Bauausschuss des Stadtrates heftige Debatten aus und die beiden Vorstände mussten diese aufgeführten Eigenleistungen erläutern und verteidigen. Unser Vorstand musste überzeugend aufgetreten sein, denn am 27.10.1991 wurde uns die Baugenehmigung erteilt.

Letztes Spiel an der Stelzenhofstraße 1991

Am 2. Juli 1993 wurde die neue Sportanlage feierlich eingeweiht. Auch das Spielfeld wurde mit einem Spiel der Hofer Bayern gegen eine Stadtauswahl zur Benützung freigegeben. Ein denkwürdiger Tag in der Vereinsgeschichte des VfB Moschendorf. In der folgenden Zeit wurde fleißig weitergebaut. Mit der Einweihung der Jugendräume im Vereinsheim am 26.05.1995 wurde das Bauvorhaben kurz vor der 75-Jahrfeier des VfB Moschendorf 1920 e.V. nach fast fünfjähriger Planungs- und Bauphase beendet. Von den Gesamtkosten des Bauvorhabens von 1.100.000 DM erbrachte der Verein dank vieler Helfer und vor allem auch durch die Hilfe vieler Firmen im Ortsteil Hof/Moschendorf eine Eigenleistung von fast 550.000 DM. Großer Dank gebührt auch dem BLSV, dem Jugendring und nicht zuletzt der Stadt Hof, die es durch Zuschüsse oder Darlehen dem VfB ermöglichten, dieses Bauvorhaben in die Tat umzusetzen. So kann der Verein mit Stolz auf eine hervorragende Sportanlage und sein gut ausgestattetes Vereinsheim blicken. Auch im sportlichen Bereich sind Anzeichen zur Besserung vorhanden. Nach einer zwischenzeitlichen Flaute kann konnte der Verein nun wieder Jugendmannschaften von der F- bis zur A-Jugend zum Spielbetrieb anmelden. Auch die 1. und 2. Mannschaft hatten sich verstärkt und spielten in der Spitzengruppe der C-Klasse sowie der Reserverund eine gute Rolle.

Nachdem das geschichtsträchtige Jahr 1195 für den VfB vorbei war, machten sich die Vorstände Gedanken, die große finanzielle Belastung des Vereins in den Griff zu bekommen. Einnahmequellen mussten geschaffen werden. Man versuchte Firmen für die Bandenwerbung am Sportplatz zu gewinnen, Auch Werbeplakattafeln am Ballfangzaun Stelzenhofstraße wurde in Erwägung gezogen. Noch ein Ziel hatte man vor Augen, nach unserer Meinung die sicherste Einnahmequelle – eine Wohnung für unsere Gaststätten-Pächter. Aber woher sollten die finanziellen Mittel genommen werden? Wir trugen unser Anliegen unserem Architekten, Herrn Herbert Zens, vor. Er hatte bereits die Planung und Leitung des Jugendheim An- und Aufbaues abgewickelt und half uns auch diesmal weiter. Mit Plan- und Bauleitung des Wohnungsausbaues stand er uns wieder zur Seite. Die gesamte Planungs- und Bauaufsichtsarbeiten machte er für uns kostenlos und spendete dem VfB sein Honorar für den Jugendheimbau in Höhe von 14.000 DM. Die Summe reichte aber hinten und vorne nicht. Wir hatten zwar den Plan und die Bauaufsicht war gesichert, aber kein Geld für das Material zum Ausbau der Wohnung. So traten wir nochmals an unsere Hausbrauerei, die Bürgerbräu Hof heran und baten um Aufstockung des uns bereits gewährten Darlehens. Wir bekamen nochmals 17.500 DM Darlehen. In Eigenleistung und einem Materialaufwand von 31.000 DM wurde die Pächterwohnung fertiggestellt. Am 15. November 1997 konnte die Wohnung von unseren Gaststättenpächtern Marianne und Werner Trog bezogen werden, die seit September 1990, die Wirtschaft führten.

1. Mannschaft 1998/1999

Für unsere Jugendabteilung ging das Jahr 1998 mit einem kleinen Jubiläum zu Ende. Jugendleiter Manfred Wilfert konnte auf 10 Jahre Vereinsarbeit zurückblicken, Ihm und seiner Frau gebührt ein Kompliment für ihren Einsatz. Wenn man bedenkt, dass die Jugendabteilung seit unserem Baubeginn 1990 keine finanzielle Unterstützung vom Hauptverein bekommen hat und sich ihre Mittel selbst erwirtschaften musste, kann man das Lob nicht hoch genug ansetzen.

To be continued…